Basisnote Grün

 

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Die Frösche halten endlich  das Maul. Stattdessen piept es überall.

Mit den Tieren ist es wie mit den Blüten. Durch sie erfindet sich der Garten  immer neu. Unser Garten ist kein überbordender Blütengarten. Ein Blütenmeer entsteht höchstens im Frühling in den Kronen der Bäume. Es gibt keine Staudenbeete, wie ich sie voll Bewunderung im Garten von M. oder D. bestaune. Wo sich Farbe an Farbe – Form an Form reiht.  In den Zwischenräumen,  vertrocknen die ehemaligen Schönheiten meist unauffällig, mit schlaffen Blättern und hängenden Köpfen  oder ziehen sich diskret ins Erdreich zurück, bis ins nächste Jahr.

Unser Garten ist vor allem Grün. Es ist wie die Basisnote eines Duftes, auf der sich die kostbaren Essenzen erst entwickeln können. Grün schließt ein, ist Hintergrund und Farbstütze, gibt dem Blick die Richtung an, auf dem er bis zum nächsten Halt gleitet. Grün ist die Bühne  für den individuellen Auftritt jeder Solistin. Danach schließt das Grün,   bis an anderer Stelle Blüten neue Farbe pflanzen.

So, wie  mich das Überraschende Rot einer Montbretie oder das Violett einer Iris in  ihre Nähe lockt, gelingt es auch den Geräuschen. Manchmal ist es ein kleines Fiepen aus der Buchshecke, das schmerzliche Husten eines Igels, das Keckern einer Elster, das Rascheln einer kleiner Haselmaus oder das aufgeregte Schreien aller Amseleltern auf einmal, weil die Nachbarkatze oder der Kirchturmfalke seine Runden zieht.  Die Tiere teilen das Jahr in seine Abschnitte ein. Ist die zweite Vogelkindergeneration ins  freie Leben entlassen, sind es die kleinen Grillen, die in den warmen Augustsommernächten, den Büschen neben der Terrasse eine Stimme geben und mich in den französischen Süden entführen.

Aber noch ist es nicht so weit. Wie gesagt, Sperlinge können auch ganz schön die Klappe aufreißen. Die französischen Träume müssen warten.


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