Mugifumi

A (3)Ich habe es immer geahnt.
Wir alle sind Lebewesen. Wenn auch unterschiedlich grün.

Wir alle brauchen Berührung.
Einer liebevollen Hand, eines frischen Windes, eines Reisigbesens, der Sonnenstrahlen  oder eines Klanges.

Doch dann sind da die ewigen Belächler. Sie belächeln mit hochgezogener Braue die Pflanzenstreichler,  die Baumumarmer, den Wasserbesinger, die Wolkenflüsterer, den Erdklopfer und vor allem die Steinumdreher.  Aber was wissen die schon.

Und jetzt ist es also in den Medien:  Ein Braunschweiger entdeckt, was die alten Japaner seit Jahrhunderten  von Jahren vor uns verbergen : Berührung erhöht die Widerstandskraft,  auch von Pflanzen. Verantwortlich ist dafür das Berührungsgen AtGA2ox7. Und wir, die es schon lange ahnten, haben endlich was in der Hand. Denn wir wissen ja,  erst durch eine Formel, einen wissenschaftlichen Namen, einer Statistik oder Doppelvollblindenstudie –   wirken die Dinge und werden tatsächlich wahr.

Dann dürfen wir jetzt also offiziell losrennen. Mit nackten Füßen über die Wiesen, im Garten, die Hände am Ende der Arme ausgetreckt zum Kraulen und Tätscheln, zum Klopfen und Reiben der Rinden und Stengel, der Blüten und Gräser, den Lavendel und den Rosmarin nicht vergessen, die Katze dazwischen kratzen und den großen Stein, man weiß ja nie, eine Massage für den Schneeflockenbaum und einmal den Besen über die Christrosen schwingen, den Feigenbaum schubsen und nicht vergessen auch den eigenen Mann zu erwischen.

Ich bin dann schon mal los.

Und wenn sie immer noch lächeln, dann sollen sie doch.  Hauptsache in unserem Garten ist alles gesund.

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